Validation Methode Einfühlsamer Umgang mit verwirrten Senioren

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Bei der Pflege von Senioren mit Demenz kommt es oft zu Momenten, in denen Verwirrung und Unruhe die Stimmung trüben. Hier setzt die Validation-Methode an. Sie ist eine einfache Technik, um die Gefühle der Betroffenen anzuerkennen, statt sie zu korrigieren. So entsteht Vertrauen und ein besseres Miteinander. In diesem Beitrag von Musterfirma GmbH 2 erklären wir, wie das genau funktioniert. Mit praktischen Beispieldialogen zeigen wir, wie Sie diese Methode im Alltag einsetzen können.

Was ist die Validation-Methode eigentlich?

Der Begriff Validation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Wertschätzung oder Gültigkeit. Entwickelt wurde sie von der Gerontologin Naomi Feil in den 1990er Jahren. Es geht nicht darum, Demenzkranke zu heilen oder ihre Wahrnehmung zu ändern. Stattdessen akzeptiert man ihre subjektive Realität voll und ganz. Stellen Sie sich vor, ein Senior lebt in seiner eigenen Welt, die für ihn absolut echt ist. Statt zu versuchen, die subjektive Realität zu korrigieren, etwa durch den Hinweis, die Person sei im Heim, sollte man auf die Gefühle des Seniors eingehen. Das stärkt das Selbstwertgefühl, reduziert Stress und schafft eine entspannte Atmosphäre für alle Beteiligten.

Warum ist das so wichtig?

Menschen mit Demenz verarbeiten oft Erlebnisse aus der Vergangenheit neu. Sie wiederholen Fragen oder Handlungen, weil ungelöste Themen sie beschäftigen. Eine Korrektur fühlt sich für sie wie eine Ablehnung an und löst Widerstand aus. Validation dreht das um: Sie spiegeln die Gefühle wider, nutzen Empathie und nonverbale Signale wie sanften Blickkontakt oder Berührung. Das Ziel ist es, ein geborgenes Umfeld zu schaffen, in dem der Senior sich ernst genommen fühlt. Familien und Pflegekräfte profitieren gleichermaßen, denn Konflikte werden seltener und der Alltag läuft flüssiger.

Die Grundsätze der Validation

Lassen Sie uns die Grundsätze der Validation Schritt für Schritt durchgehen. Es gibt klare Regeln, die einfach umzusetzen sind:

  • Widersprechen Sie nie. Nehmen Sie die Aussage des Seniors als gültig hin, auch wenn sie nicht der objektiven Realität entspricht.
  • Zeigen Sie Verständnis. Gehen Sie empathisch auf die Emotionen ein, die dahinterstecken.
  • Nehmen Sie die Person ernst. Steigern Sie ihr Selbstwertgefühl durch Bestätigung.
  • Sprechen Sie ruhig, klar und mit kurzen Sätzen. Nutzen Sie eine warme Stimme und passende Körpersprache.
  • Konzentrieren Sie sich auf Gefühle, nicht auf Fakten. Spiegeln Sie wider, was Sie hören.

Die Rolle nonverbaler Elemente

Nonverbale Elemente spielen eine große Rolle. Ein bewusster Blickkontakt signalisiert Zugehörigkeit. Eine sanfte Berührung am Arm vermittelt Sicherheit. Vermeiden Sie es, zu viel zu reden oder die Person zu überfordern. Stattdessen: Atmen Sie tief durch, passen Sie sich dem Tempo des Seniors an und lassen Sie Pausen zu. Diese Haltung ist nicht nur eine Technik, sondern eine grundlegende Einstellung. Sie passt perfekt zu unserem Ansatz bei Musterfirma GmbH 2, wo wir Tests für einfühlsame Pflege betreiben und Senioren in ihrer Würde stärken.

Praktische Beispiele

Nehmen wir an, Herr Müller, 85 Jahre alt, sitzt im Wohnzimmer und äußert immer wieder, sein Mann komme gleich nach Hause und sie müssten kochen. Er glaubt, er sei noch in den 1950er Jahren. Eine typische Korrektur wäre, Herrn Müller zu sagen, sein Mann sei vor 20 Jahren verstorben und er sei hier allein. Dies führt jedoch zu Frust und Rückzug. Stattdessen würde man in der Validation wie folgt vorgehen:

Die Pflegekraft sagt: Herr Müller, Sie freuen sich, dass Ihr Mann kommt. Das klingt nach einem schönen Abend zusammen.

Herr Müller erwidert: Ja, er bringt Blumen mit, und wir machen Gulasch.

Die Pflegekraft antwortet: Gulasch, das riecht immer so lecker. Sie haben das bestimmt toll hinbekommen. Wollen wir mal schauen, was in der Küche los ist?

Hier spiegeln Sie die Freude wider, ohne zu korrigieren. Der Senior fühlt sich verstanden, die Unruhe lässt nach. Oft löst sich die Situation von allein, weil das emotionale Bedürfnis erfüllt ist.

Ein weiteres Beispiel: Frau Schmidt

Ein weiteres Beispiel: Frau Schmidt sucht ständig ihre Tasche und ist ängstlich. Sie sagt, sie müsse zur Arbeit, die Kinder warteten. Eine Korrektur wäre, Frau Schmidt zu sagen, sie sei pensioniert und die Kinder seien erwachsen. Validation hingegen:

Die Pflegekraft sagt: Sie machen sich Sorgen um die Kinder. Das zeigt, wie sehr Sie sie lieben.

Frau Schmidt erwidert: Ja, ich bin spät dran, sie brauchen mich.

Die Pflegekraft antwortet: Kommen Sie, wir schauen zusammen nach der Tasche. Sie ist ein wichtiger Teil Ihres Tages.

Mit ruhiger Stimme und einem Nicken bestätigen Sie ihr Gefühl der Verantwortung. Plötzlich entspannt sie sich, findet die Tasche und setzt sich zufrieden hin. Solche Dialoge bauen Brücken und machen den Pflegealltag leichter.

Validation in Gruppen

Stellen Sie sich eine Gruppe vor. In einem Validation-Kreis sitzen mehrere Senioren. Einer ruft, der Krieg komme und er höre die Bomben. Statt zu korrigieren, sagt die Leiterin: Das muss furchtbar Angst machen. Erzählen Sie uns davon. Die anderen nicken mitfühlend. Jeder fühlt sich gehört, die Stimmung hebt sich. Diese Gruppenarbeit ist eine Erweiterung der Methode und eignet sich gut für Pflegeeinrichtungen.

Weiterentwicklungen der Validation

Bei Musterfirma GmbH 2 testen wir solche Ansätze in der Praxis. Unsere Teams schulen sich regelmäßig, um diese Technik perfekt einzusetzen. Es gibt auch Weiterentwicklungen wie die Integrative Validation nach Nicole Richard. Sie nutzt noch vorhandene Ressourcen des Gehirns und arbeitet mit klaren Sätzen oder Sprichwörtern. Beispiel: Spricht ein Senior von Verlust, könnte man einen passenden Satz äußern wie: Aus den Augen, aus dem Sinn – aber in Ihrem Herzen bleibt er. Dies passt individuell und stärkt die Bindung.

Herausforderungen der Validation

Herausforderungen gibt es natürlich. Nicht jede Technik wirkt bei jedem gleich. Manche Senioren brauchen mehr Zeit, bis sie sich öffnen. Pflegekräfte müssen ihre eigenen Emotionen managen, besonders bei Stress. Übung macht den Meister: Fangen Sie klein an, beobachten Sie Reaktionen und passen Sie an. Wichtig ist Konsistenz – wiederholen Sie die Haltung täglich. Studien zeigen, dass Validation herausforderndes Verhalten mindert und die Lebensqualität steigert, auch wenn sie keine Heilmethode ist.

Validation und personenzentrierte Pflege

Denken Sie an Tom Kitwood, der die personenzentrierte Pflege prägte. Er betonte Empathie und die Wahrung der Personhood, also der Identität. Validation passt nahtlos dazu. In unserem Testumfeld bei Musterfirma GmbH 2 sehen wir täglich die positiven Effekte: Weniger Aggressionen, mehr Lächeln, bessere Beziehungen. Angehörige lernen das in Kursen, etwa beim Roten Kreuz, und wenden es zu Hause an.

Längeres Beispiel: Frau Berger

Lassen Sie uns ein längeres Beispiel durchspielen. Frau Berger weint und sagt, die Schwester habe sie geschlagen, sie müsse weg. Das könnte aus einer Kindheitserinnerung stammen.

Die Pflegekraft sagt (mit warmer Stimme, nah dran): Das tut weh, nicht wahr? Sie fühlen sich verletzt.

Frau Berger erwidert: Ja, sie ist gemein, ich hasse sie.

Die Pflegekraft antwortet: Sie haben allen Grund, wütend zu sein. Wollen wir einen Spaziergang machen, um frische Luft zu schnappen?

Frau Berger sagt: Ja, weg von hier.

Draußen beruhigt sie sich und sagt: Es ist schön hier. Die Pflegekraft erwidert: Genau, das hilft gegen die Traurigkeit. Nach 10 Minuten sind sie zurück, die Unruhe ist weg. Solche Momente bauen Vertrauen auf und machen die Pflege erfüllend.

Umgang mit Sundowning

Oder bei Unruhe abends, dem sogenannten Sundowning: Herr Klein ruft, die Diebe kämen und man solle ihn schützen. Validation:

Die Pflegekraft sagt: Sie haben Angst vor den Dieben. Ich bin hier bei Ihnen, wir passen zusammen auf.

Herr Klein sagt: Gut, danke.

Die Pflegekraft sagt: Legen Sie sich hin, ich bleibe in der Nähe.

Die Bestätigung der Angst löst sie oft auf. Kein Streit, keine Medikamente nötig.

Anwendung und Verbreitung

Validation ist flexibel. In der häuslichen Pflege hilft sie Angehörigen enorm. Probieren Sie es aus: Nächstes Mal, wenn ein Senior verwirrt ist, atmen Sie durch, spiegeln Sie das Gefühl und beobachten Sie das Wunder. Bei Musterfirma GmbH 2 unterstützen wir das mit unseren Tests und Schulungen. Es lohnt sich – für den Senior, für Sie, für alle.

Internationale Verbreitung und Nutzen

Die Methode verbreitet sich weltweit durch Organisationen wie die European Validation Association. Ausbildungen gibt es in Stufen von Anwender bis Master. Viele Pflegeschulen integrieren sie. Auch wenn kein evidenzbasierter Heilerfolg nachgewiesen ist, loben Fachleute die praktische Wirkung. Sie reduziert Belastung und fördert Autonomie.

Fazit: Eine wertvolle Methode

Zusammenfassend: Validation bedeutet, in die Welt des anderen einzutreten. Es ist motivierend, positiv und machbar. Starten Sie heute – mit einem Lächeln und einem offenen Ohr. Ihr Senior wird es spüren. Bei Musterfirma GmbH 2 leben wir das vor.